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GP: Europaeisches Patentamt erteilt wahllos Patente auf
- To: genesis@gen.free.de
- Subject: GP: Europaeisches Patentamt erteilt wahllos Patente auf
- From: ecstein <E.Stein@em.uni-frankfurt.de>
- Date: Tue, 11 Apr 2000 13:38:06 +0200
- Resent-From: genesis@gen.free.de
------- Forwarded Message
Date: Tue, 11 Apr 0100 12:24:36 +0200
From: redaktion@greenpeace.de
Subject: Europaeisches Patentamt erteilt wahllos Patente auf
Europaeisches Patentamt erteilt wahllos
Patente auf Leben
Biotechnik-Konzern Monsanto beansprucht Pflanzen und
Gene als Eigentum
Die Presseerklaerung finden Sie im Netz unter:
http://www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/PRESSEMI/P0004011.HTM
Muenchen, 11. 4. 2000 - Gegen eine neue weitreichende
Entscheidung des Europaeischen Patentamtes (EPA)
protestiert Greenpeace gemeinsam mit Landwirten der
Arbeitsgemeinschaft Baeuerliche Landwirtschaft (ABL)
heute in Muenchen. Vor dem Eingang des EPA-Gebaeudes
haben am Morgen 20 Greenpeace-Aktivisten und 25
Landwirte einen grossen Misthaufen abgeladen. Auf einem
Transparent ist zu lesen: "Genmanipulieren,
Patentieren, Abkassieren ? Haende weg vom Saatgut".
Anlass der Aktion ist die heutige Verhandlung ueber
einen Einspruch von Greenpeace gegen Patente des
Biotechnik-Konzerns Monsanto, der Eigentumsrechte auf
Lebensmittel und Saatgut beansprucht. Das EPA war erst
im Februar in die Schlagzeilen geraten, als Greenpeace
aufdeckte, dass das Amt gegen geltendes Recht ein
Patent auf die Genmanipulation menschlicher Embryonen
erteilt hatte.
Obwohl Patente auf Saatgut und Pflanzensorten
eigentlich verboten sind, hat das EPA Monsanto ein
Patent auf zahlreiche Pflanzensorten erteilt. Der
Chemiekonzern hat das volle Eigentumsrecht auf von ihm
genmanipulierte Nutzpflanzen wie Mais, Weizen, Reis,
Sojabohnen, Baumwolle, Zuckerrueben, Raps, Sonnenblumen,
Kartoffeln, Tabak, Tomaten, Pappeln, Kiefern, Aepfel und
Trauben. Das EPA wird den Einspruch von Greenpeace
gegen das Monsanto-Patent heute vermutlich ablehnen.
Damit will das Amt erstmals eigenmaechtig eine neue
Rechtsauffassung etablieren, nach der es solche Patente
kuenftig problemlos erteilen kann. Rechtsexperten bis
hin zur Bundesjustizministerin haben die Rechtmaessigkeit
dieses Vorgehens bereits angezweifelt.
"Das EPA oeffnet der Gen-Industrie die Scheunentore. Mit
den Patenten kann sie schon bald bestimmen, was auf
unseren Tellern landet", sagt Imke Ide,
Gentechnik-Expertin bei Greenpeace. "Trotz aller Kritik
will das EPA die belebte Natur entwerten, indem es
wahllos Patente auf Leben erteilt. Patente auf
Pflanzen, Tiere, Menschen und ihre Gene darf es nicht
geben."
Landwirte befuerchten, durch die Patentierungswelle
vollstaendig von der Industrie abhaengig zu werden. Das
Monsanto-Patent umfasst das Saatgut und den Anbau der
Pflanzen. "Wenn derartige Patente zugelassen werden,
koennen die Landwirte einpacken, dann gehoert den
Konzernen alles, vom Saatgut bis zum Lebensmittel",
urteilt Georg Jansen, Geschaeftsfuehrer der ABL. "Soweit
darf es nicht kommen. Der Bauer muss bestimmen koennen,
was auf seinem Acker und mit der Ernte passiert, nicht
irgendein Patentinhaber."
In den USA ist der Patentschutz im Falle der
Monsanto-Sojabohne "Roundup Ready" bereits
durchgesetzt. Die Firma sichert sich mit dem Verkauf
des verteuerten Saatguts die totale Abhaengigkeit der
Farmer: sie muessen Monsanto den freien Zugang zu ihren
Feldern sichern, muessen das
Monsanto-Unkrautvernichtungsmittel "Roundup" einsetzen
und duerfen nicht mehr wie bisher einen Teil der Ernte
als neues Saatgut zurueckhalten. Um die Vertraege zu
kontrollieren, ruft Monsanto in Anzeigen und Radiospots
zur Denunziation der Nachbarn auf und heuert sogar
Privatdetektive an.
Nach Recherchen von Greenpeace sollen nicht nur
genveraenderte Pflanzen patentiert werden. Monsanto und
andere Konzerne melden am EPA auch Patentansprueche auf
konventionell gezuechtetets Saatgut an.
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