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Saubere Schweine durch Gentechnik
- To: genesis@gen.free.de
- Subject: Saubere Schweine durch Gentechnik
- From: E.Stein@em.uni-frankfurt.de
- Date: Mon, 28 Jun 99 17:45:11 +0200
- Resent-From: genesis@gen.free.de
- Sender: E.Stein@em.uni-frankfurt.de
Gibt's auch Versuche einen Umwelt-Homo-Sapiens zu "zuechten" ... ???
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,Saubere" Schweine durch Gentechnik
In naher Zukunft soll auch der stoerende Geruch gemildert werden
Guelph - Nicht mehr nur das Borstenvieh und der Puter mit dem meisten Fleisch
oder die Kuh mit dem groessten Euter sind das Ziel
von Tierzuechtern. Kanadische Wissenschaftler haben jetzt ,,saubere" Gen-Schweine kreiert,
die ein ernstes Umweltproblem bei der
intensiven Schweinezucht vermeiden helfen sollen. Gleichzeitig koennten die Landwirte
mit den Tieren viel Geld sparen, betonen die
Forscher. Denn die Aufzucht koste weniger.
Wie der Mikrobiologe Cecil Forsberg und der Molekularbiologe John Phillips in Guelph
im kanadischen Bundesstaat Ontario
mitteilten, enthaelt der Urin der gentechnisch veraenderten Tiere 20 bis 50 Prozent
weniger Phosphor als bei einem normalen Schwein.
Deshalb nennen die Schoepfer ihre Kreationen auch ,,Enviropig" - zu deutsch ,,Umweltschwein".
Drei Tiere der Yorkshire-Rasse
kamen im April und Juni dieses Jahres auf die Welt. Sie wurden nach bekannten
Hockeyspielern auf die Namen Jacques, Gordie und
Wayne getauft.
Die Wissenschaftler hatten den genveraenderten Schweinen eine Erbanlage eingepflanzt,
die aus einer Maus und einer Bakterie
zusammengestellt ist. Mit Hilfe dieses Gens koennen die Schweine auf natuerliche
Weise das Phosphor verarbeiten, das in der
Nahrung enthalten ist. Dadurch koennen die Zuechter auf die Beigabe teurer Futtermittelzusaetze verzichten.
Finanziert wurde das seit fuenf Jahren laufende Projekt zum Grossteil vom
Schweinezuchtverband der Region Ontario. Der Verband
hat nun die Rechte am Vertrieb der Tiere. Auf den Markt koenne das ,,Umweltschwein"
in etwa vier Jahren kommen, hiess es in Guelph.
Einen natuerlichen Bestandteil des Schweinedaseins konnten die Forscher bisher allerdings noch
nicht wegzaubern: ,,Der Geruch ist
leider der gleiche", sagte Projektleiter Forsberg. Die Quelle des \bels ist jedoch
seit langem bekannt und soll nun ebenfalls auf
gentechnischem Weg beseitigt oder zumindest gemildert werden. Wenn es gelaenge,
den Stickstoffgehalt des Urins zu vermindern,
dann koennten Schweinestaelle in Zukunft deutlich besser riechen.
,,Das ist unser naechstes grosses Vorhaben", versprach Forsberg.
AFP
DIE WELT, 28. 06. 1999